Kurzfazit
Stimmungsvolles mittelalterliches Italien trifft auf ein frustrierend unpoliertes Kampfsystem. 1348 Ex Voto hat echte Ambitionen, aber Sedleos Debüt braucht mehr Zeit und Politur, als es bekommen hat. Zum Vollpreis schwer zu empfehlen — im Sale für Fans des Genres eine Überlegung wert.
Warum sich das Spiel lohnt
- Pestgeplagtes Toskana des 14. Jahrhunderts mit echter künstlerischer Handschrift
- Zwei spielbare Kampfhaltungen (ein- und zweihändig) mit Combo-Freischaltung
- Jennifer English (bekannt aus Baldur's Gate 3) als Bianca
- Schauplätze reichen von Bergdörfern bis zu Ruinen des antiken Roms
- Kurzes, fokussiertes Abenteuer ohne Open-World-Bloat
Worauf du achten solltest
- Nur ein 30-FPS-Modus auf PS5 und PS5 Pro, ohne erkennbare technische Rechtfertigung
- Narrative springt zwischen Themen und verbringt zu wenig Zeit mit Charakteren, um echte Bindung aufzubauen
- Progression durch Skill-Bücher und Waffenteile hat kaum spürbaren Einfluss auf das Spielgefühl
Gameplay & Spielprinzip
Im Zentrum steht ein Schwertkampfsystem, das von historischen europäischen Kampfkünsten (HEMA) inspiriert wurde. Du wählst zwischen ein- und zweihändiger Haltung, nutzt Leicht- und Schwergangriffe, blockst oder weichst aus. Klingt taktisch, fühlt sich in der Praxis oft chaotisch an: Das Auto-Lock-System schnappt sich beim Mehrere-Gegner-Kampf regelmäßig das falsche Ziel, Ausdauerleisten der Feinde resetten sich dadurch, und die Kamera dreht durch. Skill-Bücher zum Freischalten neuer Combos und anpassbare Waffenteile sind vorhanden, haben aber wenig spürbaren Einfluss. Zwischen Kämpfen läufst du durch lineare Korridore mit vereinzelten Rätseln und versteckten Sammelobjekten — funktionell, aber nicht mehr.
Story & Atmosphäre
Du übernimmst die Rolle von Aeta, Tochter eines Adligen und ausgebildete Ritterin, deren Heimatdorf von unbekannten Kräften massakriert wird. Ihre engste Vertraute Bianca — eine ehemalige Hausangestellte, die ins Kloster eintreten wollte — wird dabei entführt. Was folgt, ist eine Odyssee durch ein politisch zerrüttetes Italien: Söldner, Banditen und religiöse Eiferer bevölkern eine Welt, die von der Pest heimgesucht wird. Die Geschichte will eine mittelalterliche Devotionalie sein — ein Gelübde der Rettung — berührt aber zu selten wirklich. Charaktermomente werden zu kurz ausgespielt, die Handlung springt zwischen Themen, ohne sich zu einem klaren Bild zu fügen. Die beiden Hauptdarstellerinnen Baldwin und English leisten solide Arbeit; es ist das Skript, das sie im Stich lässt.
Technik & Performance
Auf PS5 läuft 1348 Ex Voto ausschließlich mit 30 FPS — auch auf der PS5 Pro gibt es keine 60-FPS-Option, was angesichts der überschaubaren grafischen Anforderungen schwer nachvollziehbar ist. Die Bildqualität und Umgebungsgestaltung sind für ein Indie-Projekt beachtlich; kerzenbeleuchtete Räume und atmosphärische Außenwelten können sich sehen lassen. Dagegen stehen spürbare Animationsstottern, holprige Cutscene-Übergänge und teils fehlerhafte Gesichtsanimationen. Kein einzelner Bug zerstört das Erlebnis — die Summe der kleinen Mängel zerrt aber konstant aus der Immersion.
Für wen ist das Spiel – und für wen nicht?
Fans mittelalterlicher Atmosphäre und linearer Narrative, die über technische Rauheit hinwegsehen können und das Spiel im Sale mitnehmen.
Wer reaktionsschnelles, verlässliches Kampfgefühl erwartet oder kein Geduld für technische Rauheit und 30-FPS-Limit mitbringt.
Häufige Fragen zu 1348 Ex Voto
Wie lang ist 1348 Ex Voto?
Läuft 1348 Ex Voto auf PS5 mit 60 FPS?
Ist das Kampfsystem für Einsteiger geeignet?
Vergleichbar mit welchen Spielen?
Lohnt sich der Kauf zum Vollpreis?
Gibt es eine deutsche Sprachausgabe?
Wer steckt hinter dem Spiel?
Hat das Spiel nach Release Patches erhalten?
Kaufempfehlung
🏷 Im SaleAtmosphärischer Rohdiamant mit zu vielen Schliffflächen — erst im Sale interessant.
Wer für das pestgeplagte Mittelalteritalien brennt und Hellblade-ähnliche Kurzabenteuer schätzt, kann im Sale einen Blick riskieren. Zum Vollpreis überwiegen die Mängel klar: Das Kampfsystem ist zu unzuverlässig, die Story zu dünn, das technische Fundament zu wackelig, um das Erlebnis uneingeschränkt zu genießen.